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Mainz-Finthen

Zu sehen ist das schmucke Rathaus von Mainz-Finthen. Dort ist heute eine Bankfiliale untergebracht. Im Hintergrund ragt der Turm der Pfarrkirche St. Martin empor. Mainz-Finthen kann sich über mangelnde historische Wurzeln wahrlich nicht beklagen: Zahlreiche Funde belegen, dass bereits vor 4000 Jahren Menschen an dieser Stelle gelebt haben. Damit gehört Finthen zu den ältesten Siedlungsgebieten im Mainzer Raum. Um 500 v. Chr. ließen sich keltische Stämme in Finthen nieder, ein halbes Jahrtausend später folgten die Römer. Sie erbauten eine für die damalige Zeit ingenieurtechnisch außerordentliche Wasserleitung, die vom Königsborn in Finthen über eine Länge von acht Kilometern bis in die Mainzer Oberstadt führte. Die dort heute noch erhaltenen Römersteine geben eine Ahnung von den gewaltigen, 30 Meter hohen Pfeilern, die das Aquädukt stützten. Römischen Ursprungs ist auch der Name Finthen selbst: Er leitet sich her von römisch „ad fontes“ und heißt übersetzt „an den Quellen“.



Zu sehen ist eine Frau, die auf einem  Feld Spargel sticht.Auf eine lange Tradition blickt Mainz-Finthen auch im landwirtschaftlichen Bereich zurück - und das nicht erst seit der Finther Spargel weit über die Grenzen von Mainz hinaus berühmt wurde. Schon im Mittelalter lebte die Bevölkerung vor allem vom Getreide-, Gemüse- und Obstanbau. Heute ist das 1969 zu Mainz eingemeindete Finthen zwar noch immer ein ländlicher Vorort. Die neuen Siedlungsgebiete wie zum Beispiel Königsborn, Katzenberg und Römerquelle haben jedoch den einst bäuerlich geprägten Ort zu einem überwiegend als Wohngebiet genutzten Stadtteil gewandelt. Kindergärten und Schulen, darunter auch eine Waldorfschule, der direkte Autobahnanschluss nach Mainz, Frankfurt und Wiesbaden sowie zahlreiche Radfahrwege über die Felder bis nach Gonsenheim auf der einen und Wackernheim auf der anderen Seite machen ihn für viele Mainzer attraktiv.


Zu sehen ist das Herrenhaus der Mainzer Adelsfamilie Geduld von Jugenfeld aus dem frühen 18. Jahrhundert in Mainz-Finthen. Noch heute nimmt der alte Ortskern mit seinen verwinkelten Gassen und Straßen, seinem alten Rathaus und der schönen, um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Martinskirche für sich ein. Ruhig durchfließt der Aubach Teile des alten Finthen, das sich hier seine Ursprünglichkeit an vielen Stellen bewahren konnte.
Wenn zur Fastnacht der Zug der Finther Lebensfreude durch die Straßen zieht oder die Finther zu Spargelfest und Kerb laden, dann werden sowohl Tradition und Brauchtum, als auch das Hier und Jetzt aufs Schönste gefeiert. Alt und Jung, Alteingesessene und Neuhinzugezogene bestimmen heute den Charakter von Mainz-Finthen und der spiegelt sich - nicht nur, aber eben auch - an den Festtagen in besonderer Weise wider.